Neuigkeiten
05.11.2011, 17:21 Uhr
Christdemokraten sind schockiert von Psychofolter im einstigen Stasiknast
Besichtigung in Hohenschönhausen sollte in Brandenburgs Schulen auf dem Lehrplan stehen
Wenige Tage bevor sich am historisch komplexen 9. November auch der
Jahrestag des Falls der Berliner Mauer als glückliche Stunde der Deutschen jährt, haben Birkenwerders Christdemokraten jenen bedrückenden Ort besichtigt, an dem seit 1951 das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) Bürgerrechtlicher und Regimekritiker einsperrte, isolierte und mit Psychtotricks verhörte.

Stasiopfer und ehemaliger Haftinsasse Wolfgang Warnke führte die Besuchergruppe zwei Stunden durch das Stasigefängnis, in dem Warnke selbst in Zelle 227 einsaß. Ganz persönlich schilderte der 67-Jährige seine bedrückende Zeit der Isolationshaft, der zermürbenden Verhöre und der Schikanen der Aufseher bei Tag und Nacht in der Zelle.
 
„Die persönlichen Schilderungen von der psychischen Folter sind uns sehr nah gegangen und haben uns schockiert“, so CDU-Ortsvorsitzender Roger Pautz.

Jedes Jahr besichtigen 350.000 Besucher die Gedenkstätte Hohenschönhausen, davon 50% Schulklassen – allerdings davon wiederum nur 7% aus den neuen Bundesländern: „In Brandenburg sollte ein Besuch des ehemaligen Stasigefängnisses verpflichtend für alle Schüler sein und auf dem Lehrplan stehen“, fordert Roger Pautz, der dies in den Arbeitskreis Bildung der CDU Oberhavel einbringen wird. „Den Opfern des Stasi-Unrechtsregimes sind wir das schuldig.“
 
Seit 1951 wurden Bürgerrechtler und DDR-Regimekritiker vom Ministerium für Staatssicherheit eingesperrt.
Mehr Informationen: http://www.stiftung-hsh.de

1951 übernahm das ein Jahr zuvor gegründete Ministerium für Staatssicherheit (MfS) das sowjetische Kellergefängnis und nutzte es von nun an als seine zentrale Untersuchungshaftanstalt. Im folgenden Jahrzehnt wurden hier zahlreiche Menschen inhaftiert, die der kommunistischen Diktatur im Weg standen. Die Liste der Gefangenen reicht von Streikführern des Aufstands vom 17. Juni 1953 bis zu kritischen Reformkommunisten. Auch in Ungnade gefallene Politiker blieben nicht verschont, unter ihnen der ehemalige DDR-Außenminister Georg Dertinger (CDU) oder das einstige SED-Politbüromitglied Paul Merker. Selbst SED-Kritiker aus dem Westen wurden vom MfS entführt und nach Hohenschönhausen gebracht – wie der Westberliner Rechtsanwalt Walter Linse, der 1952 in der Nähe seiner Wohnung gekidnappt und ein Jahr später in Moskau hingerichtet wurde.

Ende der 1950er Jahre mussten Häftlinge des benachbarten Arbeitslagers im hinteren Teil des Geländes ein neues Gebäude mit über 200 Zellen und Vernehmerzimmern errichten, welches das alte Kellergefängnis als zentrale Untersuchungshaftanstalt ablöste. Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 wurden hier vor allem Menschen festgehalten, die aus der DDR fliehen oder ausreisen wollten. Kritiker der SED wie der Dissident Rudolf Bahro, der Schriftsteller Jürgen Fuchs oder die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley waren in Hohenschönhausen inhaftiert.
Die physische Gewalt der 1950er Jahre wurde seit den 60er Jahren durch raffinierte psychologische Foltermethoden ersetzt. Über den Ort ihrer Haft ließ man sie bewusst im Unklaren. Systematisch gab man ihnen das Gefühl, einem allmächtigen Staat ausgeliefert zu sein. Von der Außenwelt hermetisch abgeschnitten und von den Mitgefangenen meist streng isoliert, wurden sie durch gut ausgebildete Vernehmer monatelang verhört, um sie zu belastenden Aussagen zu bewegen. Erst die friedliche Revolution im Herbst 1989, die das Ende der SED-Diktatur einleitete, führte zur Auflösung des Staatssicherheitsdienstes und seiner Gefängnisse. Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 wurde die Haftanstalt in Berlin-Hohenschönhausen geschlossen.
Bilderserie

Diese Seite in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen:

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Yahoo! Bookmarks
  • Windows Live
  • Yigg
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
CDU Deutschlands CDU-Mitgliedernetz Online spenden Deutscher Bundestag
Angela Merkel CDU.TV Newsletter CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Hermann Gröhe Angela Merkel bei Facebook Hermann Gröhe bei Facebook
© CDU Birkenwerder  | Startseite | Impressum | Kontakt | Inhaltsverzeichnis | Realisation: Sharkness Media | 0.40 sec. | 123701 Besucher